30 Jahre Buchholz Bus
Buchholz Bus - Eine Vision wird Wirklichkeit
Ein moderner Stadtbus, der Menschen zuverlässig, komfortabel und unkompliziert durch Buchholz in der Nordheide bringt – mit dieser Vision wurde in den neunziger Jahren der öffentliche Nahverkehr in Buchholz neu gedacht.
Ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder zu Freunden und Familie: Der Buchholz Bus sollte Menschen sicher an ihr Ziel bringen und dabei zu einem festen Bestandteil des Alltags werden. Ein gut ausgebautes Liniennetz, regelmäßige Fahrzeiten und einfache Umsteigemöglichkeiten sollten den öffentlichen Nahverkehr für alle Bürgerinnen und Bürger attraktiv und leicht zugänglich machen.
Was damals als Vision begann, wurde schon bald Realität.
Der erste Buchholz Bus fährt los
Am 12. Oktober 1996 um 11:18 Uhr begann ein neues Kapitel für den öffentlichen Nahverkehr in Buchholz. Am zentralen Treffpunkt setzte sich der erste Buchholz Bus in Bewegung und startete seine erste Fahrt durch die Stadt. Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die bis heute Menschen verbindet.
Mit einer großen Eröffnungsfeier wurde die markante silber-graue Busflotte feierlich begrüßt. Eine ganze Woche lang konnten die Bürgerinnen und Bürger den Buchholz Bus kostenlos nutzen, das neue Liniennetz kennenlernen und selbst erleben, wie einfach, komfortabel und zuverlässig Mobilität in Buchholz sein kann. „Die Buchholzer sollen ihren Bus doch erstmal kennenlernen“, erklärte Hans-Ulrich Hohls, damaliger Geschäftsführer der Stadtwerke Buchholz. (Quelle: NHW, 14.10.1996)
Parallel zur Einführung des neuen Busangebots öffnete das Service Center an der Adolfstraße. Hier erhielten die Buchholzerinnen und Buchholzer Informationen rund um das neue Angebot, das Liniennetz und die verschiedenen Tarife. Seit diesem Tag gehört der Buchholz Bus zum Stadtbild. Er bringt Menschen zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder zu ihren Liebsten – und steht seit nunmehr drei Jahrzehnten für eine bürgernahe und zuverlässige Mobilität in Buchholz in der Nordheide.
(Artikelquelle NHW, 02.10.1996)
Einfach einsteigen – und losfahren
Von Anfang an wurde großer Wert darauf gelegt, die Nutzung des Buchholz Bus so einfach wie möglich zu machen. Dazu gehörten auch die Fahrscheinautomaten direkt im Bus und die Einführung der CityCard. Mit der Karte entfiel nicht nur die Suche nach passendem Kleingeld – sie machte die Fahrt sogar günstiger. Statt 2,50 Mark kostete eine Einzelfahrt für Erwachsene mit der CityCard nur 2,00 Mark.
Auch das damalige Ticketsystem bot bereits einen besonderen Vorteil: Jeder Einzel- und Gruppenfahrschein berechtigte innerhalb einer Stunde zur Nutzung aller Linien. Wer also nur kurz etwas erledigen wollte, konnte mit demselben Fahrschein auch wieder nach Hause fahren. Heute ist das Bezahlen noch einfacher geworden. Fahrgäste können zwischen Bargeld, hvv-Karte und Smartphone wählen.

Eine Idee, die angenommen wurde
Schon kurz nach dem Start zeigte sich, dass der Buchholz Bus mehr war als nur ein neues Verkehrsmittel. Die Menschen nahmen das Angebot an.
Die ursprüngliche Zielvorgabe lag bei 700.000 Fahrgästen pro Jahr. Bereits 1997, also im ersten vollständigen Betriebsjahr, nutzten mehr als 610.000 Menschen den Buchholz Bus. Und die Entwicklung ging weiter: Im Juni 1998 wurde erstmals die Marke von einer Million Fahrgästen überschritten. Als millionste Fahrgästin bekam Giesela Henke eine Jahreskarte und einen Blumenstrauß überreicht.
Im Jahr 2010 erreichte der Buchholz Bus sogar rund 1,5 Millionen Fahrgäste.
Nur die Corona-Jahre 2021 und 2022 sorgten für einen deutlichen Einbruch. Die Fahrgastzahlen fielen in dieser Zeit auf knapp unter eine Million. Doch der Buchholz Bus kam zurück: Im Jahr 2025 begrüßten die Busfahrerinnen und Busfahrer wieder rund 1,5 Millionen Fahrgäste auf ihrem Weg in die Stadt, durch Buchholz und wieder nach Hause.
Eine beeindruckende Entwicklung – und ein klares Zeichen dafür, dass der Buchholz Bus längst zum Alltag der Stadt gehört.
(Artikelquelle: Harburger Anzeigen und Nachrichten, 05.06.1998)

Gemeinsam unterwegs – mit dem hvv
Im Dezember 2004 folgte ein weiterer wichtiger Schritt: Im Zuge der großen Erweiterung des Hamburger Verkehrsverbunds trat auch der Buchholz Bus dem hvv bei. Damit wurde der öffentliche Nahverkehr zwischen Buchholz und Hamburg deutlich einfacher. Nicht nur das Tarifsystem wurde übersichtlicher, auch die Fahrtkosten konnten gesenkt werden. Die Verbindung mit dem hvv machte den Buchholz Bus noch attraktiver und stärkte seine Rolle als Teil eines überregional vernetzten öffentlichen Nahverkehrs.
Diese Kooperation besteht bis heute. (Artikelquelle: Blickpunkt, 09.12.2004)

Acht Busse, die Buchholz bewegen
Hinter dem täglichen Busverkehr steckt eine moderne Flotte aus acht Linienbussen. Sie sind für den Einsatz im Stadtverkehr ausgelegt und verbinden leistungsstarke Technik mit Komfort und Barrierefreiheit. Sechs der acht Busse sind montags bis samstags regelmäßig unterwegs. Sie bedienen drei Linien mit insgesamt 83 Haltestellen und fahren im 30-Minuten-Takt.
Zwei weitere Fahrzeuge kommen als Verstärkerbusse im Schülerverkehr zum Einsatz. Sie unterstützen die regulären Linien insbesondere zu Stoßzeiten und sorgen dafür, dass Schülerinnen und Schüler sicher und pünktlich zur Schule und wieder nach Hause kommen.
Auch technisch sind die Busse für den täglichen Einsatz bestens ausgestattet. Angetrieben werden sie von einem Cursor-9-Reihen-Dieselmotor mit 8,7 Litern Hubraum und sechs Zylindern. Mit 228 kW beziehungsweise 310 PS verfügen sie über ausreichend Leistung für den Buchholzer Stadtverkehr. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 85 km/h begrenzt – eine sinnvolle Kombination aus Sicherheit und wirtschaftlichem Betrieb. Mit einer Länge von zwölf Metern und einer Breite von 2,50 Metern bieten die Busse viel Platz. Im Innenraum stehen 28 Sitzplätze, ein Jumbo-Klappsitz sowie zwei Rollstuhlstellplätze zur Verfügung. Die Stellflächen können ebenso für Kinderwagen oder Rollatoren genutzt werden.

Drei Linien, ein Rendezvous
Besonders praktisch ist das Rendezvous-Prinzip des Buchholz Bus.
Alle drei Buslinien treffen sich alle 30 Minuten am zentralen Treffpunkt. Wer aus einer Linie kommt und in eine andere umsteigen möchte, kann dadurch bequem und ohne lange Wartezeiten weiterfahren. Das Prinzip ist einfach: Ankommen, umsteigen und weiterfahren.
Durch die aufeinander abgestimmten Fahrpläne entstehen kurze Umsteigezeiten. So wird aus drei einzelnen Buslinien ein zusammenhängendes Netz, das die verschiedenen Stadtteile und Ziele miteinander verbindet. Ganz gleich, aus welcher Richtung man kommt oder wohin man möchte – der Buchholz Bus macht den Weg durch die Stadt unkompliziert.
Mobilität für alle
Von Anfang an sollte der Buchholz Bus möglichst vielen Menschen offenstehen. Heute erleichtern moderne Niederflurbusse mit Rampen den Einstieg. Menschen im Rollstuhl, Fahrgäste mit Rollatoren und Eltern mit Kinderwagen können den Bus dadurch leichter nutzen. Ausreichend dimensionierte Stellflächen sorgen dafür, dass auch Rollstühle und Kinderwagen sicher im Fahrzeug untergebracht werden können.
Barrierefreiheit bedeutet dabei mehr als technische Ausstattung. Sie bedeutet, dass Mobilität möglichst unabhängig und selbstverständlich für alle Menschen funktionieren kann.
Bereit für die Zukunft
Auch heute verfolgt der Buchholz Bus dieselbe Vision wie bei seiner Einführung: den öffentlichen Nahverkehr in Buchholz attraktiv, zuverlässig, nachhaltig und bürgernah zu gestalten.
Wer mit dem Buchholz Bus fährt, entscheidet sich für eine komfortable Alternative zum Auto und trägt gleichzeitig dazu bei, den Verkehr in der Stadt nachhaltiger zu gestalten. Dr. Christian Kuhse, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Buchholz i.d.N., bringt die Bedeutung des Buchholz Bus so auf den Punkt: „Seit drei Jahrzehnen mobilisiert der Buchholz Bus die Buchholzer und Buchholzerinnen. Was als verlässliches Nahverkehrsangebot begann, ist heute wichtiger denn je: Als umweltfreundliche Alternative zum Auto leistet der Bus einen entscheidenden Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität und einer lebenswerten Zukunft für Buchholz.“
Und die Geschichte geht weiter. Für die Zukunft gibt es bereits Planungen, die Busse auf Elektroantrieb umzustellen. Damit könnte der Buchholz Bus noch umweltfreundlicher und klimafreundlicher unterwegs sein. Vom ersten silber-grauen Bus im Jahr 1996 bis zu rund 1,5 Millionen Fahrgästen im Jahr 2025 zeigt die Geschichte des Buchholz Bus vor allem eines: Eine gute Idee bewegt eine ganze Stadt. Und vielleicht sitzen auch Sie schon bald wieder im Buchholz Bus – auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder einfach nach Hause.
